
Ballett in der Volksoper
Alice tanzt im Wiener Wunderland
Mit „Alice“ möchte Noch-Ballettleiter Giorgio Madia in der Volksoper das Kind im Erwachsenen wecken. Seine Version von Lewis Carrolls Bestseller „Alice im Wunderland“ ist eine getanzte Hommage auf die Welt des Absurden. Mehrere Tänzerinnen schlüpfen in die Rolle der Traumreisenden. „Dieses Tanzstück ist der Traum eines neugierigen Kindes. Gelingt es uns nochmals, wie die Kinder zu träumen? Sind wir noch neugierig? Ich hoffe jedenfalls: ‚Alice fara felice!’“ („Alice wird glücklich machen!“), schickt Noch-Ballettmeister Madia dem nahenden Premierenabend voraus. Wer erinnert sich nicht gerne an die Abenteuer der verträumten Alice, die – angeführt vom Weißen Kaninchen – in das Reich der Cricket spielenden Herzdame findet? „Wir sind alle verrückt hier“, sagt die Chesterkatze zur Begrüßung und löst sich gleich in Luft auf. Als tänzerische Konsequenz wird bei „Alice“ die Welt auf den Kopf gestellt, das Verrückte erscheint normal.
Internet: www.volksoper.at
Heute, 14.1.2005
Multimediale Installation
Die fabelhafte Welt der Alice
Petra Rathmanner
Wien. „Öffne mich“ steht auf einer Tür, und dahinter verbirgt sich ein Raum voll sprechender Spielzeughäuser. Videoleinwände zeigen tanzende Hasen, entnervte Hausfrauen oder fantastische Fabelwesen. Rote Schuhe vollführen automatisch einen Stepptanz und wer einen Telefonhörer ans Ohr hält, dem werden Geschichten über Dideldum und Dideldei ins Ohr geflüstert.
Willkommen bei „Jabberwocky“! Die multimediale Installation führt auf den Spuren von Alice in deren Wunderland. Bis unters Dach können Kinder ab zehn Jahren in jedem Raum, hinter jedem Winkel und in begehbaren Möbelstücken etwas über Alice, ihren Hasen Humptydumpty, die Schwarze Königin und andere Märchenfiguren erfahren. Mit enormem technischen Aufwand und Liebe zum Detail wurde eine verspielte Landschaft gebaut, die wohl auch die „Generation Game-boy“ becircen kann.
Wiener Zeitung, 13.01.2005