Erst 1993 wurden die Roma in Österreich offiziell als „Volksgruppe“ anerkannt. Ceja Stojka, eine Lovara-Roma, und ihre Familie zählen zu den bekanntesten Künstlerfamilien Österreichs: Ihre Neffen Harry Stojka und Karl Ratzer sind international erfolgreiche Jazzmusiker. Die Bilder von Bruder Karl (verstorben 2003) und Ceja wurden mehrfach ausgestellt. Mongo, Karl und Ceja Stojka traten auch als Sänger in Erscheinung.
Ceja Stojka, geboren am 23. Mai 1933, war die erste in der Familie, die auch ihre Lebensgeschichte veröffentlichte. 1988 erschien „Wir leben im Verborgenen“, das die Geschichte ihrer Familie in der Zeit des Nationalsozialismus erzählt. Der Vater und viele andere Familienmitglieder wurden umgebracht. Der jüngste Bruder, Ossi, starb im KZ an Typhus. Ceja selbst kam als Zehnjährige ins KZ Auschwitz, später in die Lager in Ravensbrück und Bergen-Belsen.
Nach dem Krieg wurden die Rückkehrer alles andere als mit offenen Armen in Österreich wieder aufgenommen. Die Familie konnte sich als herumziehende Teppich- und Stoffhändler etablieren, erst viele Jahre später begannen Ceja Stojka und ihre Brüder ihre Identität und ihre Lebensgeschichte zum Thema von künstlerischen Arbeiten zu machen und als Zeitzeugen in der Öffentlichkeit aufzutreten.