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CNN.com.Special Report: Bilder, die die Welt veränderten

Fernsehbilder, die die Welt bewegen: Das ist eine Spezialität von Cable News Network (CNN). Nun haben die Live-Bilder aus Kameras von CNN erneut die Welt erschüttert. Zwei von insgesamt vier unglaublich brutalen, zeitgleichen Terrorangriffen auf Amerika sind von CNN detailliert ins Wohnzimmer geliefert worden. Eine der beiden Attacken auf die Tower des World Trade Centers war sogar live zu sehen, beide Katastrophen wurden tags darauf in den unterschiedlichsten Perspektiven gezeigt. Fast so, als wollte ein Hollywood-Regisseur testen, welcher Bildwinkel für seinen nächsten Katastrophenfilm wohl der eindrucksvollste wäre. Doch die Bilder aus Manhattan waren kein Szenario für einen Film, obwohl dies alle Zuschauer glaubten, die am Abend des 11. September zufällig den Fernseher laufen hatten. Es war die Realität eines Terrorschlags. Und wurde schonungslos und unmittelbar ins Wohnzimmer geliefert, gepaart mit alarmierenden Meldungen, weitere Flugzeuge seien im Anflug. Jeden Augenblick konnte es einen neuerlichen Einschlag geben. Die Kameras behielten die brennenden Türme im Visier, die Menschen, die in ihrer Verzweiflung aus den Fenstern in den sicheren Tod sprangen - und immer mehr Fernsehanstalten unterbrachen ihr Programm und übernahmen die CNN-Bilder. Wer am Nachmittag des 11. September durch die Senderpalette zappte, sah auf allen Kanälen das Inferno, ausgestrahlt von CNN. Die Bilder von den beiden Passagiermaschinen, die in die Türme des World Trade Centers krachten, wird wohl niemand mehr vergessen können.

 

Dramatische Bilder via Digitalkamera

 

Und als am späten Abend desselben Tages das Gerücht umging, dass die USA im afghanischen Kabul einen Gegenschlag gegen vermutete Terrornester führten, war CNN schon wieder dabei: Mittels einer Digitalkamera des in Kabul stationierten Londoner Korrespondenten Nick Robertson, der dramatische Bilder explodierender Treibstofflager lieferte - erneut in die Wohnzimmer in aller Welt. Anders als Nachrichtensender wie BBC World oder MSNBC verfolgt CNN konsequent eine Multi-Plattform-Strategie. Ob Fernsehen, Radio, Internet oder demnächst auch via Handy - in allen Formaten stellt CNN Nachrichten, “Breaking News”, bereit. In Krisenzeiten nimmt die Inanspruchnahme dieser Informationen enorm zu. So wurde etwa CNN am Dienstag, dem 11. September um 19.30 Uhr abends (vor allem via ORF) von bis zu 2,3 Millionen Österreichern gesehen. Die CNN-Website cnn.com hatte eine stündliche Rate von 9 Millionen Zugriffen. Alleine in der Zone Europa/Naher Osten/Nordafrika verfolgten am 11. September 109 Millionen Zuschauer via CNN die Geschehnisse in Süd-Manhattan und am Pentagon in Washington. Weltweit dürfte CNN bis zu einer Milliarde Zuschauer gehabt haben. Die Programm-Macher haben in den vergangenen Jahren verstärkt auf Reality-TV gesetzt. Nun haben sie Real-Reality-TV bekommen. Nicht Regisseure haben die Drehbücher zu diesen Bildern geschrieben, sondern reale Verbrecher. Und es wird wieder die Frage gestellt werden, inwieweit die Medien mit schuld sind an den Ereignissen. Glaubwürdig kolportiert wird, dass etwa Saddam Hussein während des Golfkrieges die besten und zuverlässigsten Informationen über CNN erhalten hat und Peter Arnett wohl deshalb (zensiert) weiter aus dem unter Bombenhagel liegenden Bagdad senden durfte. Vor Falschmeldungen ist kein Sender gefeit und schon gar nicht ein Network, das mit modernster Technik, aber auch größter Improvisation resolut auf Live-Information setzt. Die jüngste Blamage war die voreilige Bestätigung der Wahl von George W. Bush zum US-Präsidenten, die dann kleinlaut wieder zurückgenommen werden musste. Auch der am Abend des 11. September gemeldete, vermeintliche US-Vergeltungsschlag auf Kabul war in Wahrheit ein Scharmützel im afghanischen Bürgerkrieg. CNN ist eben ein risikofreudiger Sender, von dem aber Fernsehanstalten auf der ganzen Welt profitieren. Denn in Krisenzeiten, so die Politik des Networks, werden die Bilder allen zur Verfügung gestellt, nicht nur den Anstalten, mit denen CNN Kooperationsverträge hat

 

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