"Großwildjagd" am Wiener Donaukanal: Bei Routinearbeiten entdeckten Feuerwehrmänner Donnerstagvormittag im Wasser ein 40 Zentimeter langes Krokodil. Kaum hatten sie es bemerkt, huschte das von Tierquälern ausgesetzte Reptil sofort zur Uferböschung und verkroch sich. Die Männer riefen sofort Verstärkung - eine Verfolgung begann...
An die 20 Feuerwehrmänner rückten bereits wenige Minuten nach dem Alarm zur Panzerechsen-Suche am Donaukanal in Wien-Landstraße an, sperrten die nähere Umgebung völlig ab. Unterdessen versuchte das flinke Tier immer wieder zu entwischen, wollte sich im unwegsamen Gebiet vor seinen Verfolgern verstecken. Doch schließlich konnten die Florianijünger das Reptil umzingeln, speziell ausgerüstete Taucher versuchten, dem Krokodil den Weg zum Wasser abzuschneiden - gerade im rechten Moment: Das Tier erkannte die Gefahr, wollte zurück in den Donaukanal flüchten - und lief einem Taucher direkt in die Arme. Der Mann konnte die Echse am Schwanz und am Kopf packen und die Jagd damit beenden. Das verschreckte Krokodil wurde sofort mit einem Spezial-Transporter in den Tiergarten Schönbrunn chauffiert - seinem neuen Heim. "Es geht dem Tier jetzt wieder gut", so Harald Schwammer, stellvertretender Direktor des Zoos. "Es wiegt rund zwei Kilo und ist sehr lebhaft. Aber man darf die Kraft des so genannten Breitschnauzenkaimans nicht unterschätzen. Die Echse kann bereits große Wunden verursachen." Und das ist vermutlich auch der Grund, weshalb "Florian" - so wurde das Reptil von den Einsatzkräften der Feuerwehr liebevoll getauft - ausgesetzt wurde und im Donaukanal hilflos nach Nahrung suchte.
Neue Kronen Zeitung, 20. 7. 2001