Thomas Götz
Jugendliche aus 163 Ländern feierten mit dem Papst. 4000 Anmeldungen aus Österreich. 25.000 freiwillige Helfer standen bereit.
Rom stand ganz im Zeichen des Weltjugendtages. Über eine Million junger Menschen hat zwischen dem 15. und dem 20. August die Stadt bevölkert. Am Ende der Woche feierte der Papst vor den Toren der Stadt mit bis zu 1,2 Millionen Jugendlichen einen Gottesdienst.
Es war zum 15. Mal, dass Jugendliche aus aller Welt mit dem Papst einen "Weltjugendtag" begingen. Fast zufällig ist die Idee am Pfingstsonntag 1984 in Rom entstanden. Der Papst hatte den Festtag mit einer großen Schar junger Menschen gefeiert. "Wieso machen wir das nicht regelmäßig?", soll Johannes Paul II. die Umstehenden rhetorisch gefragt haben. Seither ist die Begegnung zur Tradition geworden. Sechsmal fand sie außerhalb Roms statt.
Die Kolonnaden des Petersdoms waren bereits seit Tagen mit den Fahnen jener 163 Länder geschmückt, die Pilger angemeldet haben. An jeder Straßenecke standen weiße Zelte, die als Stützpunkte für umher irrende Pilger dienen sollen. 25.000 freiwillige Helfer in unübersehbaren Uniformen standen bereit.
400.000 Jugendliche waren in der Stadt , sie waren für die Gesamtdauer angemeldet. Der Papst hat sie auf dem Petersplatz und via Bildschirm auch auf der Wiese vor der Lateranbasilika begrüßt. Im Lauf der Woche nahmen die Jugendlichen, darunter mindestens 4000 aus Österreich, an Bibelmeditationen, Begegnungen in Pfarren und Pilgerfahrten teil. Öffentliche Verkehrmittel transportierten die Pilger in diesen Tagen gratis.
Der größte Aufwand wurde im Süden Roms auf einem riesigen Universitätsareal getrieben. Der Park wurde zum Aufmarschgelände der Abschlussveranstaltung auserkoren und systematisch ausgebaut. "Niemand hat weiter als 100 Meter zur nächsten Wasserquelle zu gehen gehabt", verkündeten die Organisatoren, gleiches galt für WC-Anlagen und ärztliche Erstversorgung. Ein Netz von Basislagern überzog das grüne, hügelige Gelände, welches ein 36 Meter hohes Holzkreuz überragt.
Johannes Paul II. ist schon am Samstagabend per Hubschrauber auf das Festgelände geflogen, um mit seinen Gästen zu beten. Zwölf von diesen waren sind buchstäblich seine Gäste. Sie durften die fünf Tage in der päpstlichen Sommerresidenz in Castelgandolfo verbringen.
Darüber hinaus beantwortete der Papst via E-Mail (Adresse: 105fm@vatiradio.va) Fragen der Jugendlichen.
Kleine Zeitung, 14.8.2000