Ein Plädoyer. Eine Gratulation
Das Österreich Institut Roma ist, mit den Augen eines österreichischen Kulturattachés in Italien betrachtet, eine beständige Bestätigung der Herkunft Österreichs aus der Sprache, der Identität Österreichs in der Sprache und der Zukunft Österreichs aufgrund der Sprache. Wann immer man mit Margit Menzl und ihrem Team zu tun hat, wann immer man mit ihnen spricht oder von ihnen sprechen hört, lautet der einhellige Tenor: Im ÖI Roma herrscht Begeisterung für die Sprache. Unübersehbar regiert die Überzeugung, dass Sprache, auch wenn sie nicht die Muttersprache ist, erlernbar und zwar mit Spaß an der S(pr)ache erlernbar ist; dass für das Erlernen wie für das Lehren von Sprache kaum ein Einsatz groß genug ist. Dieser Einsatz bleibt aber nicht im allgemeinen, sondern gilt einer konkreten Sprache in ihrer konkreten Ausformung: der deutschen Sprache, wie sie in Österreich gesprochen, gelehrt, gepflogen wird und wie sie nur mit einem Verständnis von Österreich als eigenem deutsch sprechenden Staat mit eigener, sprachbewusster Historie und Kultur lehrbar und erlernbar ist. Das ÖI Roma ist ein Spiegel des österreichischen Sprachverständnisses. Einfallsreichtum, Selbstbewusstsein, die Suche der kulturellen Verankerung und gleichzeitig das Beharren auf der Sprachkompetenz prägen seine Aktivitäten. Ungeheuer viele Aktivitäten werden entfaltet, immer neue Ansätze versucht, immer neue Gruppen angesprochen, und doch herrscht keinerlei Chaos, keinerlei Unsicherheit und Disparität, die auch nur annähernd etwa zu Kompetenzverwirrung und dadurch zu einer Trübung der Zusammenarbeit mit dem Kulturforum führen könnten, denn immer zieht sich die didaktische Sprachbegeisterung wie ein roter Faden durch diese Arbeit. Das KF Rom verfügt jetzt bereits über einen Erfahrungsschatz in der Zusammenarbeit mit dem ÖI Rom, dessen Reichtum jeden auslandskulturpolitischen Schätzmeister auf „10 Jahre oder mehr“ plädieren lassen würde. Dafür sei dem Team des ÖI Roma und seiner Chefin von Herzen gedankt und von Herzen gratuliert.
Mag. Wilhelm Pfeistlinger, Vizedirektor des Österreichischen Kulturforums Rom