Mit der Eröffnung der sanierten Albertina ist Wien um ein faszinierendes Museum reicher.
Endlich ist es so weit: Nach zehn Jahren Um- und Zubauzeit erstrahlt die Albertina, eines der wichtigsten Museen der Welt, in neuem Glanz. Und lockt auf witzige Art und Weise die Besucher an: Eine Rolltreppe verbindet die Augustinerstraße mit der elf Meter darüber liegenden Eingangsplattform auf der Augustinerbastei. Zusätzlich führen ein Glaslift und Treppen in das lange Zeit im Dornröschenschlaf gelegene Museum. Das Albertina-Palais, das auf einer der letzten Basteien der Wiener Stadtmauer thront, kann also wieder stilgerecht betreten werden.
Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder freut sich, die ersten Gäste bei den neuen Ausstellungen begrüßen zu dürfen: "Eröffnet wird mit drei Expositionen, die zeitgleich stattfinden: 'Edvard Munch', 'Das Auge und der Apparat' und 'Robert Longo.'"
Klaus Albrecht Schröder hat für die Albertina ein klares Ausstellungskonzept erarbeitet: "Eine Schau orientiert sich stets an Meisterwerken der Albertina, eine andere Linie bezieht sich auf zeitgenössische Kunst und eine andere auf die Fotografie."
Moderne Architektur und Werkschauen auf höchstem Niveau gehen somit eine spannende Verbindung ein. Während man sich faszinierende Bilder anschauen kann, genießt man die Atmosphäre der renovierten Albertina. Vier Architektenbüros - Steinmayr&Mascher, Hollein, Arkan Zeytinoglu und Callum Lumsden - sind für den neuen Look verantwortlich.
Mit geschickt platzierten Oberlichten flutet Licht in die prunkvollen, mit Spiegeln vergrößerten Säle (unbedingt anschauen: das erweiterte Goldkabinett!). Kristallmuster sowie die nach historischem Vorbild rekonstruierten Textilbespannungen der Wände setzen beeindruckende Akzente. Last but not least: Ein großes Café-Restaurant und ein mit Kugelleuchten auffallender Kunstshop laden nach einer Albertina-Tour zum Ausruhen und Schmökern ein.
Das neue Vormagazin, 6/2003