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Lieber Praktikant: So geht's! So nicht!

Praktikanten haben es nicht leicht. In kurzer Zeit müssen sie das Herz der Kollegen erobern. Der Kurier zeigt die Dos und Don'ts.

Christina Rettenmoser

 

Lukas starrt an die Wand. Das tut er schon den ganzen Vormittag. Die Sekretärin fürchtet schon Löcher in der Mauer. Der neue Praktikant ist seit einer Woche da und könnte nach dieser eigentlich wieder gehen. Außer seinen E-Mail-Account einzurichten und die Mittagsmenüliste auszudrucken, war sein Interesse eher mager. Claudia, Praktikantin in einer Marketingabteilung, grüßt die Kollegin aus der Buchhaltung nicht. Aber: Egal ob sie in Gedanken war oder es nicht für wichtig hält, die Kollegin wird es ihr nicht vergessen.
In der Regel haben Praktikanten nur ein paar Wochen Zeit, um sich zu beweisen. Wer sich engagiert und Kompetenz zeigt, hat die Chance auf einen späteren Arbeitsplatz im Unternehmen. Der Kurier verrät Ihnen je vier Tipps, was Sie als Praktikant tun und was Sie lieber lassen sollen.

 

DOS:

1. Vorbereitet sein
Bevor das Praktikum losgeht, setzen Sie sich mit den Strukturen und Inhalten des Unternehmens auseinander. Erkundigen Sie sich über die zukünftigen Kollegen und ihre Aufgabengebiete. Ein gewisses Vorwissen erleichtert den Einstieg und macht einen guten Eindruck.
2. Aktiv und willig sein
Ein Praktikum bietet die Gelegenheit, im Businessalltag Praxisluft zu schnuppern. Fragen Sie, ob Sie bei Meetings dabei sein dürfen und begleiten Sie verschiedene Mitarbeiter bei ihrem Arbeitsalltag. Wenn ein Kollege Sie in ein Projekt einbinden möchte, schätzen Sie sich glücklich.
3. Ideen haben
Vorgesetzte und Kollegen schätzen Engagement bei ihren Praktikanten sehr. Ideen und Verbesserungsvorschläge zeugen von Eigeninitiative und Interesse. Aber Vorsicht: Lassen Sie sich nicht mit Arbeit überhäufen, wenn Ihr Schreibtisch bereits übergeht. Es ist auch mal besser, eine Aufgabe abzulehnen, um andere fristgerecht und gewissenhaft erledigen zu können.
4. Kritisch sein
Praktikanten haben als Außenstehende oft einen anderen Blickwinkel und sind nicht betriebsblind. Mit konstruktiver Kritik können Sie die Kollegen auf neue Ideen bringen. Achten Sie auf die Verpackung: Lieber ein diplomatisches „Ja, und…" statt ein aufmüpfiges „Ja, aber …".

 

DONT'S:


1. Nicht zu spät kommen
Ein Praktikum ist ein echter Job. Zwar befristet, aber der Arbeitgeber verlangt von seinen Praktikanten die gleiche Zuverlässigkeit und Verantwortung wie von seinen regulären Mitarbeitern. Rechnen Sie also Zeitpuffer ein und seien Sie lieber zu früh dran als zu spät. Pünktlichkeit ist für einen guten Eindruck ein absolutes Muss.
2. Nicht unhöflich sein
Jeder weiß es, doch viele vergessen es: Der erste Eindruck zählt! Stellen Sie sich zu Beginn allen Kollegen vor und achten Sie auf ein freundliches Auftreten und auf eine feste Stimme. Vergessen Sie auch nicht, Mitarbeiter auf den Gängen sowie Gäste und Kunden zu grüßen.
3. Nicht facebooken
Telefonieren, Zigarettenpausen und Internetsurfen müssen in der Arbeitszeit nicht sein. Vor allem als neuer Mitarbeiter werden Sie mit Argusaugen beobachtet. Erledigen Sie Ihre privaten Angelegenheiten nach Dienstschluss. Viele Firmen sind Nichtraucherbüros und soziale Netzwerkwebsites wie Facebook werden bereits gesperrt.
4. Nicht schüchtern sein
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Niemand weiß alles auf Anhieb. Ein Praktikum bietet die Chance, von Kollegen zu lernen und sich zu entwickeln. Wenn Sie unsicher in Ihrer Tätigkeit sind, bitten Sie um Hilfe. Fragen Sie lieber zum zehnten Mal nach, statt Fehler zu riskieren.

 

Kurier, 13.02.2010

 



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