Esskultur im internationalen Vergleich
Erkennen Sie dieses Bild?
Im Österreich Spiegel 35 haben wir im Artikel „Tischkultur“ über die Essgewohnheiten der Österreicher und Österreicherinnen berichtet.
Deutschlernende aus verschiedenen Ländern haben ausgehend von diesem Artikel selbst Umfragen in ihren Kursen zum Thema „Essen“ gemacht. Hier sind die Ergebnisse aus den Österreich Instituten in Bratislava, Budapest und Rom:
1. Wie oft isst du am Tag?
In allen drei Städten wird 3-4 Mal pro Tag gegessen. Nur sehr wenige Befragte kommen mit 2 Mahlzeiten pro Tag aus, in Bratislava haben jedoch auch viele Lernende angegeben, 5 Mal pro Tag zu essen.
2. Was ist deine Hauptmahlzeit?
Die Hauptmahlzeit der Österreicher ist das Mittagessen. Für 54% der Befragten hat es den höchsten Stellenwert. Das Abendessen ist für 38% am wichtigsten, das Frühstück nur für 7%. Die Zahlen unserer Gruppe aus Budapest sind diesen Werten sehr ähnlich: 50% Mittagessen, 38,5% Abendessen, 12,5% Frühstück.
Anders verhält es sich in Rom: Für über 50% der Gruppe ist hier das Abendessen die Hauptmahlzeit, weil sie um diese Tageszeit die meiste Zeit haben.
In Bratislava geben dahingegen sogar 78% der Befragten an, ihre Hauptmahlzeit zu Mittag einzunehmen, nur 17% am Abend. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der Hunger ist um diese Zeit am größten, man macht Lern- oder Arbeitspausen und isst gerne gemeinsam mit den Kollegen.
3. Wo isst du zu Mittag?
Die meisten Österreicher (52%) nehmen ihr Mittagessen zu Hause zu sich.
Auch hier hat die Gruppe aus Budapest ähnliche Gewohnheiten wie der Durchschnittsösterreicher: 50% essen zu Hause, 25% in der Schule und 12,5% am Arbeitsplatz. Die italienischen Befragten essen mehrheitlich in einer Kantine oder Bar, nur etwa 40% fahren zum Essen nach Hause. In Bratislava halten sich die „Zu-Hause-Esser“ und die Kantinenbesucher mit je 39% die Waage, 22% gehen mittags ins Restaurant. Trotzdem essen 58% der slowakischen Befragten aber am liebsten zu Hause: „Mein Lieblingsort ist die Küche meiner Mutti.“ Zu Hause fühlen sich die Menschen wohl, es ist gemütlich und man hat seine Ruhe.
4. Stört es dich, wenn jemand raucht, wenn du isst? Warum?
53% der österreichischen Bevölkerung lehnen Rauchen beim Essen ab. Die Befragten in den anderen Ländern sind da weniger tolerant: In Budapest stört Rauchen 75%, in Rom 70% und in Bratislava 67%. Als Grund wird hauptsächlich die schlechte Luft genannt, die den Appetit nimmt.
5. Was ist deiner Meinung nach ein Verstoß gegen die Esskultur?
In Österreich empfinden 85% der Bevölkerung Schmatzen und Rülpsen als den Inbegriff der Ess-Unkultur. Ähnlich äußern sich die Befragten in Budapest. In Bratislava wird Rülpsen spontan nur von 38% genannt. Weiters auf der Liste stehen Lesen oder Fernsehen, wenn mehrere zusammensitzen, mit offenem Mund Essen, mit Essen Spielen, mit vollem Mund Sprechen und sich die Nase Putzen.
6. Isst du gesundheitsbewusst? Was bedeutet gesunde Ernährung?
33% der Befragten in Bratislava geben zu, sich ungesund zu ernähren, während 42% davon überzeugt sind, immer gesund zu leben. Obst und Gemüse zu essen spielt dabei die wichtigste Rolle. Aber auch eigenartige Kombinationen sind unter den Antworten: „Gesund sind Gemüse, Spagetti und Obst.“ Bewegung und Sport wird ebenfalls häufig in Zusammenhang mit gesunder Ernährung genannt. Für die Hälfte der Budapester Gruppe ist es sehr wichtig für die gesunde Ernährung, täglich auch etwas Warmes zu essen.
Und wie sieht es bei Ihnen/euch aus? Haben Sie/Habt ihr auch Lust bekommen, mehr über die Essgewohnheiten in Ihrer/eurer Gruppe zu erfahren? Machen Sie/Macht doch auch eine Umfrage und schicken Sie/schickt die Ergebnisse an die Redaktion des Österreich Spiegel: oei(at)oei.org