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Drei Bewerber pro Medizin-Studienplatz

An der Medizin-Universität Graz gibt es statt des EMS ein eigenes Aufnahmeverfahren.

 3.685 Kandidaten beim Test zur Vergabe der 1.140 Medizin-Plätze

 

Jasmin Bürger

 

Die 19-jährige Andrea war schon am Vortag mit ihren Eltern aus Nürnberg nach Wien gereist, um sich dem ganztägigen Eignungstest für ein Medizinstudium (EMS) in Österreich zu stellen. „Wenig zuversichtlich“ zeigte sie sich allerdings ob des enormen Andrangs.

 

Mehr Selbstvertrauen zeigte der 20-jährige Roman aus Kärnten: Er hatte sich im Vorjahr erfolglos an der Grazer Medizin-Uni beworben. „Diesmal schaffe ich es“, sagte er.

Mit Andrea und Roman ritterten über 2200 weitere Jugendliche um einen der begehrten Studienplätze in Wien – 555 sind laut Quotenregelung für österreichische Maturanten reserviert, 148 für deutsche Bewerber.

 

Bewaffnet mit Getränken und Obstvorräten, zum letzten Mal das schon im März zur Verfügung gestellte Testheft studierend, warteten die potenziellen Ärzte-Anwärter geduldig, bis sich die Tore der Messehalle mit etwas Verspätung kurz nach acht öffneten.

 

Um 9.30 Uhr hätte der Startschuss für die Beantwortung der 198 Fragen in zehn Untertests starten sollen. Die Sicherheitskontrollen – alle Kandidaten wurden mit Metalldetektoren untersucht und mussten ihre Handys abgeben – nahmen aber mehr Zeit in Anspruch. Erst nach zehn wurde es ernst, die Testbögen wurden ausgeteilt.

 

Geprüft wird mit dem EMS nicht Wissen, wie der Vizerektor der Medizin-Uni Rudolf Mallinger erklärte, studienrelevante Fähigkeiten sind gefragt. Zu lösen sind Aufgaben in Kategorien wie Textverständnis, Gedächtnistest, konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten oder Figuren lernen.

 

Ob jemand ein guter Arzt wird, könne der EMS nicht feststellen, „das zeigt sich im Studium“, so Mallinger. Er hofft aber, dass sich dank EMS die Drop-out-Quote von 50 auf 20 Prozent verringert.

 

 

Oberösterreichische Nachrichten, 8./9.7.2006

  

 


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