Barfuß laufen schont auch Gelenke und Bandscheiben.
Kaltes Wasser betäubt. Erst ist es nur eisig, dann beginnt ein leichtes Ziehen, und plötzlich fühlt sich der Untergrund seltsam an – dumpf und weit weg. Ganz anders, wenn die Füße das Wasser verlassen und auf warmes Gras stoßen: Die Zehen fangen an zu prickeln, Grashalme kitzeln.
Nach einem Gang über einen Barfußpfad haben die Fußsohlen einiges erlebt: Kieselsteine und Matsch, kratzige Rinde und Zapfen. Spätestens hier entlockt er all jenen, die gewöhnlich auf dicken Schuhsohlen durch das Leben gehen, ein leises „Autsch!“. Denn so viel Massage sind die wenigsten Füße gewohnt.
Dabei betonen Orthopäden immer wieder, dass barfuß laufen ein ideales Training für die Füße ist und gleichzeitig Gelenke und Bandscheiben schont. Barfuß auf Gras, Kies oder Sand zu laufen, rege die Muskulatur an, pumpe das angestaute Blut aus den Venen und helfe, die natürliche Fußwölbung zu erhalten, heißt es bei der „Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk“ (DAF).
Doch immer mehr Wege werden betoniert, und so haben viele Menschen außerhalb ihrer Wohnung kaum Möglichkeiten, auf nackten Füßen zu laufen. Dem wollen so genannte Barfußpfade entgegenwirken. In Deutschland gibt es schon mehr als 30 solcher Wege. Wer nicht extra zu einem Pfad fahren will, um seinen Füßen etwas Gutes zu tun, der sollte jede Gelegenheit nutzen barfuß zu gehen – sei es im Garten, im Park oder im Urlaub.
Tiroler Tageszeitung, 7.8.2006