Den Mallorquinern reicht’s: Zehn Millionen Touristen belagern jährlich das Urlaubsparadies Mallorca. Die Folgen: Großbaustellen, wohin das Auge reicht, Müllhalden und Luftverpestung. Nun haben die Einheimischen endgültig die Nase voll: 50.000 Menschen zogen am Wochenende durch die Straßen der Hauptstadt Palma, um gegen den Touristenansturm zu protestieren. Ein Beispiel für Kitz und St. Anton?
„Schluss mit der Zerstörung, lasst uns Mallorca retten“, lautete die Botschaft der wütenden Einheimischen. Mit der Großdemonstration soll auf die Probleme und die schwerwiegenden Folgen von Massentourismus aufmerksam gemacht werden: Denn aus Mallorcas idyllischen Fischerdörfern wurden in den vergangenen Jahren riesige Hotelressorts, dazwischen neu gebaute Straßen und Einkaufszentren – und unzählige Großbaustellen. Die Einheimischen fühlen sich „ausverkauft“ und völlig überfordert. Der Massen-Protest ist nicht der erste derartige Hilfeschrei der Mallorquiner: Bereits vor drei Jahren hatten 40.000 Menschen gegen die neuen Straßenbaupläne der Regierung demonstriert. Aber vergeblich.
Heute, 19.3.2007