Interview mit dem Teamchef der Österreichischen Nationalmannschaft Josef Hickersberger:
Fritz Hutter/Erwin Eichinger
SPORTMAGAZIN: Was ist Ihr persönliches Ziel bei der EURO?
JOSEF HICKERSBERGER: Ein Spiel zu gewinnen. Hochgesteckt, weil alle Gegner über große Klasse verfügen. Ich hab als Spieler und Trainer bei jeder WM ein Match gewonnen. Jetzt hoffe ich auf die Fortsetzung meiner Serie.
SPORTMAGAZIN: Was werten Sie als Ihren größten Erfolg als Fußballtrainer?
HICKERSBERGER: Da gab´s einige: WM-Qualifikation 1990, Meistertitel und Champions League mit Rapid, Cupsieg und Vizemeister mit Austria. Der größte Erfolg im Ausland war vermutlich der Meistertitel und Emir-Cup mit Al-Ittihad in Qatar.
SPORTMAGAZIN: Österreich holt bei der EURO vier Punkte – würden Sie das unterschreiben?
HICKERSBERGER: Nichts würde ich mir mehr wünschen. Das wär’ gleichbedeutend mit dem Aufstieg ins Viertelfinale.
SPORTMAGAZIN: Wie bilden Sie sich als Trainer fort?
HICKERSBERGER: Ständig. Ich besuche alle Fortbildungsveranstaltungen, lese sämtliche Fachbücher und -zeitschriften, studiere alle verfügbaren Videos und DVDs über Fußball. Ich bin auf dem Laufenden.
SPORTMAGAZIN: Singen Sie bei der Nationalhymne eigentlich mit?
HICKERSBERGER: Ich singe mit und hoffe, dass kein Mikrofon in der Nähe ist.
SPORTMAGAZIN: Was bedeutet Ihnen Patriotismus, sind Sie stolz, Österreicher zu sein?
HICKERSBERGER: Ich bin sehr stolz, Österreicher zu sein, obwohl es mir manchmal bei Länderspielen schwerfällt. Weil viele Fans zu wenig Patriotismus zeigen und das Nationalteam zu wenig unterstützen.
SPORTMAGAZIN: Wer ist Ihr liebster Kollege, Ihr bester Freund?
HICKERSBERGER: Otto Rehagel und mein Sohn.
SPORTMAGAZIN: Glauben Sie an Schicksal?
HICKERSBERGER: Ja, aber nicht im Fußball.
SPORTMAGAZIN: Glauben Sie an Gerechtigkeit beim Fußball?
HICKERSBERGER: Im Sport gibt es keine Gerechtigkeit. Es ist schon viel wert, wenn der Schiedsrichter keine entscheidenden Fehler macht.
SPORTMAGAZIN: Wer ist Ihr persönlicher EM-Favorit?
HICKERSBERGER: Italien.
SPORTMAGAZIN: Brauchen wir Frauenfußball?
HICKERSBERGER: Brauchen wir Fußball?
Sportmagazin 12/2007