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Durchgesetzt in der Männerwelt

Warum sollen Frauen immer nur im Büro oder als Friseurin arbeiten? Wir zeigen, wie sich Frauen in der Werkstatt und am Bau behaupten.

 

Isabelle Engels

 

„Muckis braucht man auch“, sagt Conny Ertl, 20, die in der bfi-Lehrwerkstatt Kfz-Mechanikerin lernt, „aber es geht nicht nur um Kraft, sondern vor allem ums Köpfchen.“ Wenn die jungen Frauen zum Beispiel eine festgezogene Schraube aufbekommen müssen, ohne dass diese abbricht. „Da muss man eben überlegen, welche Verlängerung da helfen könnte!“

Auch ihrer Kollegin Julia Pennerstorfer gefällt die Mischung aus Tüfteln und Handwerk: „Wenn wir was zerlegen, wieder zusammenzubauen und es funktioniert dann – das ist Adrenalin pur!“

Im Büro zu fad. Kennengelernt haben die Mädchen die Arbeit mit Autos in den Werkstätten der Väter oder Onkel, die Entscheidung für die Kfz-Mechanikerin-Lehre fiel leicht: „Im Büro wär’s uns allen zu fad!“

Noch immer sind Mädchen in technisch-handwerklichen Berufen in der Minderheit. Gut zwei Prozent der Lehrlinge im Bereich Kfz-Technik sind Mädchen, knapp acht Prozent in Berufen wie EDV-Technik, immerhin über 12 Prozent im Bereich Kommunikationstechnik.

Auf der Baustelle. Einen Job mit großer Verantwortung hat die Bautechnikerin Daniela Bedenk. „Auf der Baustelle passiert nur das, was ich will“, sagt sie. Als örtliche Bauaufsicht muss sie dafür sorgen, dass das Gebäude plangemäß, zeitgerecht und in der gewünschten Qualität errichtet wird. 80 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringt sie auf Baustellen, bei jeder Witterung: „Da bekommt man wenigstens die Jahreszeiten mit.“

Mit dem rauen Klima am Bau hat die 30-Jährige gelernt umzugehen, „Das Wichtigste ist, nicht zu versuchen, wie ein Mann zu werden und seinem Stil treu zu bleiben.“ Eine gewisse Anpassung an männliche Umgangsformen sei zwar notwendig, aber auf Schreiduelle lasse sie sich nicht ein.

„Nicht unterbuttern lassen.“ Als Schülerin der HTL Wien III für Bautechnik hat Daniela Bedenk nicht nur ihr Interesse für technische Fächer vertieft, sondern gelernt, sich durchzusetzen. „Anfangs war ich ein „Waserl“ , aber gegen die Burschen musste ich mich behaupten“, erinnert sie sich. Mittlerweile hat sie damit keine Probleme mehr. Sie empfiehlt, von Anfang an den eigenen Standpunkt klar zu machen und Grenzen zu setzen: „Nur nicht unterbuttern lassen!“ Seit 1998 arbeitet die HTL-Ingenieurin beim Architekturbüro Patzl. Schon mit 21 Jahren bekam sie die erste Bauaufsicht zugeteilt.

 

AK für Sie, März 2008

 

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