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Gleichberechtigung und Gender Mainstreaming

 

Wien. Der „Internationale Frauentag“ geht zurück auf eine Initiative der deutschen Linkspolitikerin Clara Zetkin (1857 bis 1933). 1910 wurde er auf ihren Vorschlag hin im Rahmen der Sozialistischen Frauen-Konferenz in Kopenhagen beschlossen und im Jahr darauf gab es den ersten Frauentag in Österreich-Ungarn. Der erste Frauentag überhaupt fand am 8. März 1908 in den USA statt. Erst 1975 wurde er von der UNO als Gedenktag anerkannt.

Schon 1911 lautete eine der Forderungen „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ Dennoch klafft die Einkommensschere nach wie vor auseinander. Laut jüngsten Zahlen der Statistik Austria haben ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen, wie schon 2005, auch 2006 nur 78 Prozent des Männereinkommens verdient (Frauen 26.681 Euro, Männer 34.081 Euro). Beim Vergleich aller Beschäftigungsverhältnisse – mit Berücksichtigung der Teilzeit – und nicht ganzjährigen Jobs – zeichnet sich ein noch drastischeres Bild ab: Hier verdienen Frauen nur 60 Prozent des Männereinkommens (Frauen 16.269 Euro, Männer 27.297 Euro).

Mit dem Gender Mainstreaming, das Inhalt des EU-Vertrags von Amsterdam (1999) ist, soll die faire Verteilung der Rolle von Männern und Frauen in der gesellschaftlichen Organisation erreicht werden. Gleichbehandlungspolitik dagegen setzt auf konkrete Maßnahmen.

 

Wiener Zeitung, 07.03.2008

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